Kommunikation 

„Mach es Deinem Gegenüber so schwer wie möglich Dich misszuverstehen.“ Leichter gesagt als getan, oder? Ganz sicher können Sie sich an die einen oder anderen Szenarien erinnern, die aufgrund kleiner (und manchmal auch größerer) Missverständnisse einen unerwünschten Verlauf nahmen. Ohne zu übertreiben sind daraus handfeste Auseinandersetzungen bis hin zu endgültigen Trennungen entstanden. Das ist nicht gut und vor allen Dingen in vielen Fällen vermeidbar. Und doch geschieht es täglich aufs Neue…

Wie können wir dem nun vorbeugen? Mal unter uns „Pastorentöchtern“: Wie viele Kommunikationsmodelle kennen Sie? Sollten Sie nicht gerade Philosophie oder gar Kommunikationswissenschaften studieren, lautet Ihre Antwort wahrscheinlich: „Gar keines.“ Womöglich ist Ihnen bis jetzt verborgen geblieben, dass es überhaupt verschiedene Modelle gibt. Schließlich ist Kommunikation für jeden von uns eine Selbstverständlichkeit. Unterschiede stellen wir höchstens bei Offensichtlichkeiten wie Akzent oder Dialekt, Rhetorik, Lautstärke und Geschwindigkeit fest. Diese haben natürlich einen Einfluss auf die Gesamtkommunikation. Und sie können wunderbar ausgeglichen werden, wenn Sie einige dieser Modelle kennen. Betrachten wir vier der häufig genutzten:

  1. Das Vier-Ohren-Modell (auch Vier-Seiten-Modell oder Nachrichtenquadrat)
  2. Das Eisberg-Modell
  3. Das Sender-Empfänger-Modell
  4. Die Transaktionsanalyse

Das Vier-Ohren-Modell nach Friedemann Schulz von Thun beschreibt die Kommunikation auf vier verschiedenen Ebenen:

  • Die Sachebene. ZDF. Zahlen, Daten, Fakten. Es geht also um sachliche Informationen. Oftmals werden diese emotional vermittelt oder mit Emotionen vermischt, so z.B. in der Werbung, in der Politik oder in den Medien wie auch in Partner- und Eltern-Kind-Diskussionen oder auch einfach nur unter Freunden in der Clique. Emotionen gehören nicht auf die Sachebene und tragen dazu bei, dass entweder manipuliert werden soll oder das Ganze letztlich in ziellose Auseinandersetzungen ausartet.
  • Die Ich-Botschaft. In jeder Kommunikation geben wir auch etwas persönliches von uns preis. Wir öffnen uns mit unserer Körpersprache, unserer Mimik, Gestik und den Augen. Das geschieht in der Regel unbewusst und erlaubt unserem Gesprächspartner Einblicke in unser Inneres – so er sie denn lesen und verstehen kann.
  • Die Beziehungsebene. Alleine schon durch die Verbindung, die zwei Gesprächspartner zueinander haben, ergibt sich eine bestimmte Nachrichteninformation. Hier kommen Werte wie Respekt, Wertschätzung, Distanz bis hin zur Ablehnung zum Tragen. Wortwahl und Körperlichkeit zeigen schnell, wie die Protagonisten zueinander stehen.
  • Die Aufforderung. Auch Appell genannt. Oder „call-to-action“. Immer wollen wir auch etwas herbeiführen, wollen eine Reaktion unseres Gegenüber erzeugen. Das können reine Antworten sein, Handlungen bzw. deren Unterlassung und Körpersprache. Wir machen das zum Teil ganz offen und zum Teil zwischen den Zeilen.

Zwei große und bekannte Persönlichkeiten, Sigmund Freud und Paul Watzlawick, haben das Eisberg-Modell entwickelt. Die Idee hinter dem Begriff soll die unterschiedlichen Bereiche der Kommunikation verdeutlichen: etwa 20 % eines Eisberges sind sichtbar und 80 % liegen unter der Wasseroberfläche und sind somit eben nicht sichtbar. Dies haben die beiden auf die Kommunikation übertragen, indem sie den sichtbaren Teil auf die Sachebene projezieren und den weitaus größeren, unsichtbaren Teil auf die Beziehungsebene. Wie auch beim 4-Ohren-Modell besteht die Sachebene aus rationalen Informationen und machen den geringeren Teil der Kommunikation aus – etwa 10-20 %.

Einen größeren und weitaus wichtigeren Anteil an der Kommunikation hat mit bis zu 90 % die Beziehungsebene. Dort spielen Erfahrungen, Glaubenssätze und Programmierungen, Ängste, Wünsche bis hin zu unseren Trieben die dominante Rolle. Auf der Sachebene wird ausschließlich verbal kommuniziert während die Beziehungsebene durch nonverbale Kommunikation geführt wird.

So sehr sich diese beiden Ebenen des Kommunikationsmodells voneinander unterscheiden, so eng sind sie auch miteinander verbunden – wie bei einem Eisberg eben. Auch die Gefahren der Kommunikation im allgemeinen werden hier verdeutlicht: befinden sich die beiden Ebenen nicht im Einklang sind Konflikte quasi vorprogrammiert. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht einen solchen Konflikt. Befinden sich Gesprächspartner auf der Gefühlsebene in Dissonanz überträgt sich dies (fast) immer auch auf die Sachebene.  Das kann dann sogar so weit führen, dass Fakten verdreht, weggelassen oder hinzugefügt werden. Zahlen und Daten manipulativ eingesetztwerden bis hin zu persönlichen Anfeindungen.

Der Grundgedanke des Sender-Empfänger-Modells beruht auf dem Grundgedanken, dass zu jeder Kommunikation immer zwei Seiten gehören. Der Sender will eine Nachricht oder Information übermitteln, die der Empfänger möglichst ungefiltert erhalten soll. Um die Nachricht weiterzugeben nutzt der Sender einen Code – die Sprache. Dieser Code soll nun vom Empfänger entschlüsselt werden, woraufhin im nächsten Schritt eine Antwort, ein Feedback oder eine einfache Rückmeldung, z.B. eine Bestätigung erfolgt. Das Ergebnis dieser Kommunikation soll also sein, dass der Empfänger den Inhalt der Information eindeutig wahrnimmt und sie so versteht, wie sie vom Sender gemeint ist.

In allen Fällen gilt: Je größer die Klarheit desto höher die Wahrscheinlichkeit, Missverständnisse vermeiden zu können. Leider haben immer noch viele Menschen ein echtes Problem mit der Klarheit – aus vielfältigen Gründen. Wer daran gerne etwas ändern möchte kann den ersten – und oft bedeutenden – Schritt mit einem Achtsamkeitstraining oder -coaching machen.

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